Wer ein bisschen die Kunstgeschichte kennt,
kennt auch den Namen Alfred Rethel (1816-1859). Alfred Rethel
war bereits mit 13 Jahren Schüler an der Düsseldorfer Kunstakademie.
Theodor Heuss hielt ihn für einen der größten Maler des 19.
Jahrhunderts. Aus dieser Familie stammt Simone Rethel. Die
Mutter Brigitte Wex (1913-2000) war Fotografin, ihr Vater
Alfred Rethel (1922-2003) war Designer und Maler. Die eltern
haben ihre Tochter gefördert, unterstüzt und bestärkt, ihre
künstlerischen Talente weiterzuentwickeln. Schon als Kind
war es für Simone Rethel selbstverständlich, zu Vernissagen,
Kunsthändlern oder zu privaten Besuchen bei expressionistischen
Malern mitgenommen zu werden.
Ihre künstlerische Begabung wurde besonders
durch ihren Vater Alfred Rethel gefördert. er wurde als Sohn
des Flugzeugkonstrukteurs Walter Rethel 1922 in Amsterdam
geboren. Die Familie stammte aus Frankreich und siedelte sich
im 17. Jahrhundert in Aachen an. Aufgewachsen in Norddeutschland,
malte Alfred Rethel schon seit frühester Jugend. Seine künstlerische
Entwicklung beeinflußte die Bekanntschaft und Freundschaft
mit den Malern Werner Scholz, Karl Schmidt-Rottluff, Käthe
Kollwitz, Ernst Wilhelm Nay und Willy Baumeister.
Am Anfang ihrer Malerei stand Simoen Rethel-
Heesters unter dem Einfluß naiver, bäuerlicher Hinterglasbilder.
Im Laufe der zeit kamen die Elemente der modernen Malerei
hinzu und so entstand der persönliche Stil ihrer Bilder. DIe
Künstlerin will nicht die Natur nachahmen, sondern erzeugt
auf der Leinwand eine neue Wirklichkeit aus Formen und Farben,
die im Auge des Betrachters die Phantasie anregen. Ganz nach
dem Motto von Oskar Wilde: ,,Der Künstler soll erfinden, nicht
berichten".
Ihre Techniken sind Öl-, Aquarell-, Tusch-
und Hinterglasmalerei.
Simone Rethel-Heesters entwickelte ihre Malerei
zielstrebig weiter und fand in den letzten Jahren zu einem
ganz neuen Stil: Eine vitale, farbenfreudige Darstellung,
die ins große Bildformat drängt. Collagenhafte Elemente bestimmen
einen Teil der Bilder, viele Aspekte fallen kaleidoskopartig
zusammen und zwingen dazu, die Bilder genau zu betrachten.
Sie widmet sich auch bewusst düsteren Themen: Beispielsweise
in dem Zyklus ,,11. September" setzt sie sich
mit dieser historischen Tragödie künstlerisch auseinander.
Vielleicht unbewusst schließen diese Bilder an die Zyklen
ihres bekannten Vorfahren Alfred Rethel an, der u.a. berühmt
wurde durch die Karlsfresken des Krönungssaals im Aachener
Rathaus oder durch die Holzschnittfolge ,,Auch ein Totentanz".
Aber Simone Rethel-Heesters hält in Ihren Darstellungen auch
die uns umgebende Alltags-Szenerie fest, wie zum Beispiel
auf den Bildern: ,,Wie geht´s weiter?" - ,,Und führet
sie nicht in Versuchung" - ,,Gemeinschaft der Einsamen"
oder ,,Nichts wird mehr sein wie es war" ...
Ihr Naturell ist jedoch zu optimistisch, um
sich nur düsteren Eindrücken zu widmen. So gibt es lebensfreudige
Reflexionen ihrer direkten Umwelt mit Reiseerinnerungen aus
Südfrankreich, Toskana, den Lago, die Orta in Oberitalien
oder auch den privaten Garten am Starnberger See. Bilder,
die starke Lebensfreude und mitunter auch verspielte Momente
zeigen. Immer wieder entdeckt man die farbintensive Mohnblume
in ihren Werken, die eine ganz besondere Anziehungskraft für
sie haben.
In Ihrem Starnberger Atelier ,,simoneum"
arbeitet Simone Rethel-Heesters als Fotografin mit modernster
technischer Ausstattung und stellt dort ihre Gemälde als ständige
Ausstellung aus. Kurz vor dem viel zu frühen Tod ihres Vaters,
ihres großen malerischen Vorbildes, hatten Vater und Tochter
mehrere Gemeinschaftsausstellungen mit dem expressionistischen
Maler Franz Xaver Heinzler, der wiederum Schüler von Alfred
Sohn-Rethel war.
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